Artikelformat

Canon EOS 70D / Testbericht

6 Kommentare

Es wird Zeit mal wieder etwas zu schreiben. Ist ja nicht so, als würde es mir an Material fehlen. :) Ich habe vor ein paar Wochen meine Canon 60D verkauft und mir dafür die 70D zugelegt. Da ich für nächstes Jahr auch Photobooth mit anbieten möchte, kam die 70D mit integriertem W-LAN gerade zur rechten Zeit. Somit brauche ich keine nervige Eye-Fi Karte mehr um die Fotos direkt aufs Tablet zu schicken. Mich wundert eh, dass die großen Kamerahersteller das Thema so stiefmütterlich angehen. Gehört meiner Meinung wie auch GPS eigentlich in bereits jede Kamera. Wobei die 70D auch kein GPS-Modul integriert hat. Shit happens!

An die W-LAN-Geschichte könnte ich mich wirklich gewöhnen! Ich hatte die 70D auch in meinem einwöchigen Urlaub auf der Insel Fanø in Dänemark dabei. Das ist ja mal so was von geil die Fotos gleich aufs Handy oder Tablet zu schicken – zu bearbeiten und gleich mit Facebook und Google zu teilen. Man kann unter anderem nicht nur Fotos auf andere Geräte laden, sondern sogar die Kamera mit App „EOS Remote“ von Canon fernsteuern. Ganz einfach die Kamera aufstellen – verbinden und ISO, Blende, Verschlusszeit über das Handy einstellen. Mit der App „DSLR Controller“ für Android sind sogar TimeLaps aufnahmen möglich. Die technischen Details zu der Kamera werde ich euch ersparen. Diese könnt ihr auch ganz einfach auf der Canon Seite nachlesen. Meiner Meinung ist die 70D ein würdiger Nachfolger der 60D! Sie liegt genau so gut in der Hand, wie auch schon die 60D. An der Bedienung hat sich kaum etwas verändert. Auf der Rückseite hat sich lediglich die Position der Menü-, Info- und Mülleimertaste verändert. Vorne am Auslöser ist noch eine Taste für die neue Fokusauswahl hinzugekommen. Und es gibt noch einen neuen Schalter für LiveView/Video und eine Locktaste .

Die 70D hat auch das neue STM Objektiv von Canon spendiert bekommen. Ich habe die Kamera mit dem Kit-Objektiv EF-S 18-135mm STM bestellt. Auch hier hat Canon ordentlich nachgelegt! Die Fokussierung ist butterweich, schnell und super leise! Auch in Sachen „Schärfe“ bildet das neue STM meiner Meinung besser ab als das alte 18-135. Toll finde ich auch, dass dieses Objektiv einen Sperrschalter bekommen hat, womit das Objektiv nicht mehr von selbst ausfährt, wenn die Kamera mal nach unten hängt. In Verbindung mit dem STM Objektiv und dem neuen „Dual Pixel CMOS AF Sensor“ in der Kamera macht jetzt sogar das Filmen mit der Kamera Spaß! Obwohl ich zugeben muss, dass ich die Videofunktion kaum nutze. Aber auch im LiveView spielt der neue Sensor seine Stärken voll aus! Wo bei allen anderen Kameras das fokussieren über den LiveView richtig lange dauert und teilweise daneben lag, geht das mit der 70D richtig gut und superschnell!

Achja… und da wären wir gleich beim Thema: Touchscreen! Das kennt man ja auch schon aus der Canon 650D und 700D. Man hat die Wahl – Alles lässt sich bequem über das Display mit einem Finger einstellen oder wie gewohnt über die Tasten. Ich habe schon bei einigen gelesen, dass sie (wie auch immer sie das hinbekommen haben) beim Fotografieren immer wieder mit ihrer Nase auf den Touchscreen gekommen sind und somit die Kamera verstellt haben. Ein kleiner Tipp! Man kann die Touchfunktion auch über das Menü ausschalten! 😉 Ich verwende es aber lediglich für die Navigation, für die Bildbetrachtung und die Zoomfunktion. Wenn man die Tasten im Schlaf findet braucht man auch kein Touchscreen für die Einstellungen!

Richtig Spaß macht aber meiner Meinung der Autofokus mit den 19 „NEUNZEHN“ Autofokus-Kreuzsensoren! Das hat mich an der 60D immer so richtig genervt! Dort hatte man nur einen direkt in der Mitte und die restlichen waren sehr ungenau beim Fokussieren. Aber auch viele Kleinigkeiten runden das Paket der 70D ab. Da wäre z.B. noch die integrierte digitale Wasserwaage, die man sich im optischen Sucher anzeigen lassen kann. Oder wenn man auf die Spotmessung umstellt, wird einem jetzt sogar der Kreis im Sucher gezeigt, in dem die Belichtung gemessen wird. Wirklich sehr praktisch! Richtig cool ist auch, dass man jetzt über die Abblendtaste vorne an der Kamera beim Fotografieren zwischen „One Shot“ und „AI Servo“ schalten kann, ohne sich dabei die Finger zu brechen und aufs Display zu schauen. Das ist dann aber auch eher etwas für eingefleischte Canon-Geeks! 😉 Alles neue werde ich aber auch nicht aufzählen.

Was ich vielleicht noch ansprechen möchte, ist die ISO Leistung der Canon 70D. Auch hier muss ich sagen, dass es eine klare Verbesserung zu der 60D gibt! Bei ISO 1600 waren die Fotos qualitätsmäßig aus der 60D kaum noch zu gebrauchen. Dem ist jetzt nicht mehr so… bei guten Bedingungen lässt sich auch mal ISO 3200 nutzen. Aber 6400 ist dann wieder den Vollformatkameras zuzusprechen. Wäre ja auch preistechnisch ein Unding, wenn die 70D dort mithalten könnte. Was mir allerdings negativ bei der 70D aufgefallen ist, dass alle Fotos bei ISO 100, ISO 200 oder 300 beim betrachten auf 100% ein komisches Grundrauschen aufweisen. In der RAW-Entwicklung bekommt man das natürlich schnell wieder weg aber schön ist das nicht! Ich vermute einfach mal, dass dieses Phänomen an dem neuen „Dual Pixel CMOS AF Sensor“ liegt, der in der Kamera steckt. Wie genau diese Technik funktioniert, könnt ihr auch auf der Canon Seite nachlesen oder in diesem Video anschauen.

Ich habe hier 3 Fotos für euch zum Vergleichen – jeweils bei ISO 1600 / ISO 3200 / und ISO 6400 . Unbearbeitet – nur etwas gerade gerückt und von RAW zu JPG konvertiert. Um das „Rauschen“ genau zu beurteilen, könnt ihr euch diese Fotos unten in der Box in Originalgröße herunterladen.

Anbei noch ein paar Fotos direkt aus der Kamera. Auch von diesen Fotos könnt ihr euch die Originale unten herunterladen.

Ich habe auch den HDR-Modus ausprobiert, der in der 70D jetzt zu finden ist. Für sich nicht bewegende Motive funktioniert das sogar sehr gut. Kleiner Nachteil wäre da, dass das Foto nur in JPG auf der Karte gespeichert wird. Das erste ist die zusammengerechnete HDR-Variante aus drei Fotos. Das zweite ist zum Vergleich noch ein einzelnes Foto, so wie es sonst aussieht. Auch diese Fotos gibt es unten in Originalgröße zum downloaden.

Erstes Fazit:

Insgesamt ist die Kamera ein würdiger Nachfolger! Was ich ganz wichtig finde – Es hat sich die Bildqualität deutlich verbessert sowie auch das Rauschverhalten bei höheren ISO-Zahlen. Natürlich hat das integrierte W-LAN auch zur Kaufentscheidung beigetragen. Das neue Autofokussystem mit den 19 Kreuzsensoren macht wirklich Spaß und sie ist etwas schneller geworden… der Rest ist ein schöner Zusatz! Natürlich wird sich die Kamera nicht nur in meiner Photobooth-Box langweilen, sondern ich werde sie auch sonst gerne dabei haben, wenn es nicht unbedingt eine Vollformat sein muss! :)

Falls ihr Fragen habt… immer her damit!

 

 

Veröffentlicht von

Portrait- und Hochzeitsfotograf aus Bielefeld

6 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Dein Artikel ist mir heute beim Surfen aufgefallen – toller interessanter Beitrag!

    Da komme ich mit Sicherheit des öfteren vorbei auf Deinem Blog.

    Ich werde Deinen Blog weiterempfehlen, vielen Dank für die Infos.

    Schöne Grüße
    Hermann

    Antworten

  2. Hallo Martin,

    ich bin auch schwer im überlegen mir die 70D zu kaufen
    Zum fehlenden GPS habe ich noch eine Frage
    Du sagst ja das Übertragen der Fotos auf das Tablett ist so einfach
    Beim EOS Remote kann ja bei den Einstellungen „GPS-Info Speichern“ aktiviert werden.
    Wenn zb. beim Tablett oder Handy GPS aktiviert ist und Kamera mit WLAN verbunden ist werden dann nicht die dazu passenden GPS Daten zum Bild abgespeichert?
    Technisch sollte das ja keine Hexerei sein sollte nur die APP hergeben.
    Vielleicht probierst du das mal

    LG
    Bernd

    Antworten

    • Hallo Bernd

      Ich habe die Einstellung in der EOS Remote gefunden und gerade mal ausprobiert. Auf meinem Tablet ist die GPS-Funktion aktiv. Wenn ich Fotos auf das Tablet übertrage, werden bei mir allerdings keine GPS-Informationen in den Fotos gespeichert. Selbst nicht, wenn ich direkt mit der Fernsteuerung ein Foto mache und dieses dann übertrage. Die GPS-Informationen werden auch leider nicht auf die Fotos in die Kamera übertragen, wenn beide Geräte verbunden sind. Anscheinend hat Canon diese Funktion noch nicht im Griff :(

      Dank dir aber trotzdem für die Frage! :)

      Viele Grüße
      Martin

      Antworten

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.